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Kreuzotter - Vipera berus

Vorkommen/Verbreitung:

Mittel-, Nord- und Osteuropa. In Deutschland vor allem am Niederrhein und in der Norddeutschen Tiefebene, im Taunus und Spessart, im Hochschwarzwald und in der Alpenregion. Die Kreuzotter braucht kühle und feuchte Lebensräume, wie Moore, Heide und auch lichte Wälder. Aufgrund der Zerstörung natürlicher Lebensräume durch intensive landwirtschaftliche Nutzung und der Zersiedelung der Landschaft sind die natürlichen Vipernbestände in Europa vielerorts stark bedroht, die Vipern stehen unter Artenschutz.

Typische Merkmale:
Aussehen: Färbung und Zeichnung sind variabel.
Die Grundfarbe ist hell, Grau-Gelb-über Brauntöne bis rötlich. Die Rückenzeichnung besteht aus einem dunklen Zickzack-Band. Wenig abgesetzter ovaler Kopf mit abgerundeter Schnauze. Senkrechte, spaltförmige Pupille. Selten länger als 60-70 cm.
Die ?ungiftige?Schlingnatter ist wegen ihrer dunklen, flecken-oder streifenförmigen Rückenzeichnung von Laien leicht mit der Kreuzotter zu verwechseln.
In der Regel ist die Kreuzotter tagaktiv, bei sehr heißem Wetter eher dämmerungs- oder nachtaktiv. Hauptsächlich bodenbewohnend, kann aber auch klettern, z.B. in Heidelbeersträucher.
Ein Bild der schwarzen Variante der Kreuzotter, der Höllenotter.
Ein Bild der seltenen kupferfarbenen Variante der Kreuzotter, der Kupferotter.

Giftige Organe:
Art des Giftes: Gemisch verschiedener Enzyme und hämorrhagischer Faktoren.
Der Biß ist sehr schmerzhaft mit zwei symmetrischen ca. 1-11/2 cm auseinanderliegenden Stichstellen.

Symptome:
Lokal starke Schwellung mit blauroter Verfärbung und heftigen Schmerzen in der Umgebung der Bißstelle. Die Schmerzen können jedoch auch bei schweren Vergiftungen fehlen oder minimal sein. In der Folge kann es zur Entzündung der regionären Lymphknoten und -bahnen und Allgemeinerscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen und schnellem, fadenfürmigen Puls und Blutdrucksenkung bis zum Kollaps kommen. Auch Atembeschwerden und (tödliche) Atemlähmung möglich.
In den meisten Fällen kommt es allerdings infolge zu geringer Giftapplikation zu keinen nennenswerten Vergiftungssymptomen. Lebensbedohliche Vergiftungen oder gar Todesfälle durch Kreuzotterbisse sind äußerst selten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und kleine Kinder.

Erste Hilfe:
Therapie: absolute Ruhigstellung der betroffenen Extremität (Schiene) und flache Lagerung. Kaffee oder Tee als Kreislaufstütze können nützlich sein. Sorgfältiger Transport zum Arzt oder in die nächste Klinik. Ruhe bewahren! Wunde nicht aussaugen oder ausschneiden, keine Stauungs- oder Kompressionsverbände!
Die generelle Gabe eines Schlangengift-Antiserums wird nicht mehr empfohlen, da die Gefahr eines Serumschocks größer sein kann als die Giftwirkung. Die Serumgabe wird von der Schwere der Vergiftung abhängig gemacht. Tetanus-Prophylaxe wenn erforderlich. Eine vollständige Wiederherstellung kann vor allem bei Erwachsenen Wochen bis Monate dauern, wobei die Schwellung der betroffenen Extremität wiederkehrt und Schmerzen über lange Zeit sehr beeinträchtigend sein können.

Vorsichtsmaßnahmen:
In steinigem, unübersichtlichen Gelände sollte man sich entsprechend aufmerksam bewegen, darauf achten, wohin man tritt oder vor allem beim Klettern im Gebirge, wohin man greift. Festes Schuhwerk und lange Hosen bieten in der Regel ausreichenden Schutz.

© Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW
Photo : Kai Philipp

Zuletzt bearbeitet: 18.05.2005


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