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Wiesenotter (Vipera ursinii)

Vorkommen/Verbreitung:
Intensive landwirtschaftliche Nutzung und Zersiedelung der Landschaft zerstören natürliche Lebensräume der Vipern. Die Wiesenotter trifft man meist in kleinen, isolierten Populationen an. Neben Südostfrankreich, Mittelitalien und Österreich ist der Balkan bis nach Zentralasien reichend bekannter Aufenthaltsort. Sie bevorzugen niederes Buschwerk oder mit Gras bewachsenes Gelände, warme, trockene Gebiete wie steinige, buschbewachsene Hänge oder Waldränder. Wiesenottern trifft man auch im kühleren Gebirge bis auf 2000m, selten über 3000m Höhe. Europäische Vipern sind in der Regel tagaktiv, bei heißem Wetter oder in südlichen Gefilden eher dämmerungs- oder nachtaktiv.

Typische Merkmale:
Charakteristisch für die zu den ursprünglich europäischen Vipern zählende Wiesenotter ist unter anderem ein ovaler, wenig vom restlichen Körper abgesetzter Kopf mit einer abgerundeten Schnauzenspitze. Die relativ schlanken Tiere können ihren Körper abflachen, was vor allem in kälteren Regionen zu einer verbesserten Wärmeaufnahme beim Sonnen verhilft. Der Körper der kleinsten europäischen Giftschlange erreicht eine Länge von nur 40 bis 50cm. Die Farbe der Männchen ist gelb, braun, grau oder olivgrün. Weibchen sind eher dunkler. Das ursprüngliche Wellen- oder Zickzackband auf dem Rücken ist möglicherweise in Flecken aufgelöst und oft schwarz gesäumt.

Gefahr:
Vergiftungen durch Schlangenbisse passieren vorwiegend in den warmen Sommermonaten, meist provoziert durch unnötiges Anfassen der Tiere, gelegentlich aber auch beim Beerensammeln oder Barfußlaufen.

Symptome:
Lebensbedrohliche oder etwa tödliche Schlangenbisse sind ausgesprochen selten; meist kommt es nur zu lokalen Vergiftungserscheinungen. Schmerzen sind in der Regel nicht stark ausgeprägt, dahingegen tritt in den ersten zwei Stunden nach Schlangenbiß regelmäßig eine Schwellung auf, die sich der Schwere der Vergiftung entsprechend mehr oder minder schnell ausbreitet. Zu den seltenen allgemeinen Vergiftungserscheinungen zählt man: Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Krämpfe, eventuell Schwindel und Bewußtseinstrübung.

Erste Hilfe:
Richtlinien für die Patientenbetreuung bei Giftschlangenbissen umfassen allgemeine und vor allem lokale Ruhigstellung. Unbedingt vermieden werden sollten das Aussaugen, Abbinden oder Ausschneiden der Wunde. Eventuell Schocklagerung durchführen. Nächstgelegenen Arzt aufsuchen. Dort wird falls vorhanden ein Antiserum verabreicht.

Vorbeugende Maßnahmen:
Schlangen sind generell sehr scheue Tiere. Herannahende Schritte nehmen sie durch Bodenvibrationen wahr, woraufhin sie in der Regel flüchten. In unübersichtlichen Gebieten sollte man daher stets fest auftreten und nach Möglichkeit Wege benutzen. Falls man eine Schlange erblickt ist ruhiges Verhalten am wichtigsten, das Tier wird die Zeit zum Rückzug nutzen. Besondere Vorsicht ist in gefährdeten Gebieten geboten beim Klettern, Aufheben von Brennholz oder Steinen bzw. nachts.

 

 

 

 

 

© Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW
Photo: Jürgen Zerbe

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